Um Folgendes besser nachvollziehen zu können wäre es sinnvoll, „der Anfang vom Ende“ zu lesen.

Den Beitrag findet ihr hier

Nachdem ich meiner Mutter gesagt hatte was ihr Lebensgefährte getan hatte, brachte sie mich für eine Weile zu meiner Patentante.

Ich erinnere mich wie ich auf ihrem Sofa sass und meiner Mutter dabei zuhörte wie sie, dass was sie von mir erfahren hatte, ihrer besten Freundin  (meiner Patentante) erzählte. Viel mehr suchte ich einen Punkt wo ich hinschauen konnte und versuchte nicht zuzuhören. Immer wieder schaute ich meine Patentante an und sah ihr Leid in ihrem Gesicht. Sie tat mir leid. Immer wieder lächelte ich sie an, konnte den Blickkontakt aber nicht halten. Zu viel Scham und ekel vor mir selbst. Es tat mir leid. Ich hatte das Gefühl ich müsste mich entschuldigen. Ich hatte und habe auch heute noch oft das Gefühl mich entschuldigen zu müssen.

Viel mehr weiss ich nicht mehr von dieser Sequenz. Ein paar Tage war ich wohl dort und danach wohl bei meinem Vater.

Mein Vater wurde natürlich von den Taten in Kenntnis gesetzt. Auch da wieder das gleiche mitleidige, schockierte Gesicht. Meine Reaktion auch die gleiche. Verschämtes unter mich schauen und warten bis es vorbei ist.

Die Beziehung zu meinem Vater ist schwierig zu beschreiben. Ich bin stolz ihn als Vater zu haben. Er ist ne coole Socke, aber gleichzeitig auch sehr spießig, streng und „autoritär“. (Falls er es irgendwann lesen wird… „sorry papa, aber is halt so 😉 “ )

 Immer wieder strebe ich nach Anerkennung bei ihm, aber meine Bedürfnisse werden nicht gestillt. Bis ich zu dieser Erkenntnis kam, sind einige Jahre vergangen und diese gehen mit schmerzlichen Erinnerungen einher.

Ich war glaube jedes 2. Wochenende und in den Schulferien bei ihm und seiner neuen Freundin. Er hat meine Mutter und mich ( und meinen Bruder, dessen Vater er aber nicht ist) verlassen als ich 2 Jahre alt war und meine Eltern besprachen zwar das nötigste in Frieden, aber Kinder bekommen mehr mit als man denkt. Somit bekam ich natürlich mit, dass mein Vater und seine Lebensgefährtin sich darüber auskotzten, wie schlampig ich gekleidet wäre und wieder nach rauch stinke. Auch das alles zieht noch heute seine Folgen nach sich. Aber kommt zeit kommt der passende Beitrag 🙂

Er war ein super Vater und ich himmelte ihn an. Vielleicht weil er mich jedes zweite Wochenende und in den Ferien aus meiner „Hölle“ rausgeholt hat. Aber durch das „Geständnis“ (und ich wähle dieses Wort bewusst, weil es sich für mich jedesmal so anfühlt) litt meines Erachtens unsere , eh nicht so starke emotionale Bindung darunter.

Nach und nach ging mein Vater immer mehr auf Distanz. Durch das was er erfahren hatte änderte sich sein Verhalten mir gegenüber. Dazu sollte ich erwähnen das mein Vater geäussert hatte das meine Mutter mir den Floh ins Ohr gesetzt hatte, (wieso auch immer). Was für mich gleichzeitig implizierte, dass er mir nicht glaubt. Ebenso bedeutet dies, dass er nicht versteht wie ich gelitten habe und es noch tue. Was auch heute noch zu völlig unnötigen und sinnlosen Gesprächen über meine Situation im hier und jetzt führt.

Mein Vater ist nicht grade der sensibelste Mensch und hat wie meine Oma auch einen sehr robusten Humor. Das schätze ich an ihm genauso wie bei meiner Oma.

Soviel dazu…

Nun sass ich da und er wusste es nun auch. Mit seiner wenig sensiblen Art stellte er mir Fragen. Wie wir aus vergangenem Beitrag wissen:

„ich kann nicht drüber sprechen „…

Eine der Fragen meine ich, war „was hat er denn gemacht?“

Puh… viel zu viel… is ja verständlich, dass er wissen will was passiert ist. Um die Situation mal zu beschreiben… Es fühlte sich an, als würde mich jemand verhören und mir das Licht der Lampe direkt ins Gesicht drehen, wie man es aus Krimis kennt.

Man könnte meinen das nichts sagen ganz einfach ist… denn man tut ja nichts. Nicht extern… aber intern lief ne menge ab. Wärend ich nach möglichkeiten suchte um meinem Vater wenigstens irgendwas zu sagen, kamen mir die Bilder von den Taten wieder in den Kopf und ich konnte noch weniger was dazu sagen.

Völlige Überforderung für mich….

Keinen Plan wie das Ganze ausging. Ich scheine früher schon oft dissoziiert zu haben. (Infos zu Dissoziationen unter intrusionen-flashbacks-und-weiteres

Naja. Zur Verhaltensveränderung meines Vaters. Früher hat er mir meinen Rücken immer nach dem Baden mit einer Haarbürste gekratzt weil ich so mega trockene Haut hatte und ich vor Juckreiz fast verrückt geworden bin. Danach fett eingecremt und ab in den Schlafanzug.
Meine Tochter hat genau die gleichen Probleme mit der Haut und das ein oder andere mal wurde ich dadurch schmerzlich daran erinnert wie es damals war.

Das blieb ab da aus. Allgemein entfernte er sich immer mehr.

Er ging auf Distanz. Und ich kann ihn irgendwo verstehen. Ich hätte auch Angst der nächste zu sein, dem Unterstellt wird sexuelle Handlungen mit Kindern zu vollziehen 😦

Help me if you can, I’m feeling down
And I do appreciate you being round
Help me, get my feet back on the ground
Won’t you please, please help me


And now my life has changed in oh so many ways
My independence seems to vanish in the haze
But every now and then I feel so insecure
I know that I just need you like I’ve never done before

Es wurde plötzlich alles in Frage gestellt und peinlichst genau darauf geachtet, dass meinem Vater nichts nachgesagt werden kann. Dabei hat er nie etwas unrechtes getan und entfernte sich zu unrecht.

Es tut mir weh darüber zu schreiben. Denn bis heute ist unser Verhältnis zu einander eher „heiter bis wolkig mit kühler Brise“. Die eh schon nicht sonderlich stabile Verbindung nahm weiter ab…

Auch heute kann ich ihm viele Dinge nicht verzeihen. Noch nicht. Das möchte alles noch aufgearbeitet werden.

Es ist Weihnachten und am 2. Feiertag treffen wir wieder aufeinander. Ich versuche mir keine Sorgen zu machen, da ich langsam meine Sicht auf das Thema drehe, aber ich weiss auch das ich auf einem wackligem Ast sitze, da ich es noch nicht aufgearbeitet habe.

Bewusst hab ich mir für den ersten Feiertag „kindfrei“ genommen, um mich völlig auf mich und mein inneres Gleichgewicht zu konzentrieren. Nach solchen Treffen bin ich oft neben der Spur und drohe wieder in meine Negative- Abwärts- Spirale zu rutschen. Nur eine von vielen Situationen die sowas auslösen können. Wenn ich mit einem guten inneren Gleichgewicht hingehe, ist denke ich die Gefahr geringer abzurutschen.

Somit Frohe Feiertage ♡


In the temple of love: Shine like thunder
In the temple of love: Cry like rain
In the temple of love: Hear my calling
In the temple of love: Hear my name

And the devil in black dress watches over
My guardian angel walks away
Life is short and love is always over in the morning
Black wind come carry me far away

With the sunlight died and night above me
With a gun for a lover and a shot for the pain inside 

*Kleiner Nachtrag zu dem Lied

Ich erinnere mich, dass mein Vater und ich, vor vielen Jahren (als ich älter war) zusammen in der Diskothek waren. Es war auch Weihnachten. Ich muss schmunzeln bei dem Gedanken das wir zusammen feiern waren. Es war für viele im Bekanntenkreis Tradition an Weihnachten nach den Familienbesuchen dort aufzuschlagen. Mein Bruder und ich waren Stammgäste. und auch mein Vater war an bestimmten Tagen „Stammgast“. Ich hab immer nur die Augen verdreht wenn wir drüber Sprachen das er Mittwochs dort hin ging… Mittwochs- Programm nannten wir liebevoll „Reste ficken“…:)

Es lief an dem Abend „The Sister of Mercy – Temple of Love“… Und seit dem weiss ich, dass mein Vater es sehr mag… Somit ist der Link für Dich :*

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