Welche Symptome im Rahmen einer PTBS auftreten, ist individuell verschieden. Eine posttraumatische Belastungsstörung zeigt jedoch meist Symptome wie:

  • Erinnerungssymptome (Intrusionen): Der Betroffene durchlebt die traumatische Situation immer wieder, zum Beispiel durch sich aufdrängende Gedanken, sogenannte Intrusionen. In Flashbacks (englisch für Rückblende) treten plötzlich albtraumartige Bilder oder Eindrücke des Ereignisses in Erinnerung. Bei einem Flashback fühlt und handelt der Betroffene so, als ob er das Geschehene erneut durchlebt. Auch bestimmte Situationen, die an das Trauma erinnern, können zu Symptomen wie starken Ängsten führen. Zudem kann eine posttraumatische Belastungsstörung mit sehr intensiven Albträumen, Tagträumen und Ängsten verbunden sein, aber auch mit partiellen oder vollständigen Erinnerungslücken (psychogene Amnesie), die den Menschen sehr belasten. Häufig wiederholen sich im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung ähnliche Träume immer und immer wieder und der Betroffene wacht schweißgebadet davon auf. Die Person hat nicht das Gefühl, dass das Ereignis vorbei ist, sondern fühlt sich, als würde er es immer noch durchleben. Manche Betroffene sind überzeugt davon, sie seien selbst schuld an dem, was ihnen wiederfahren ist. Sie sind nicht in der Lage, ihre belastenden Gedanken zu unterdrücken.
  • Symptome einer vegetativen Übererregung (Hyperarousal): Obwohl das Erlebte längst vorbei ist, hält das Gefühl der Bedrohung weiter an. Der Betroffene befindet sich in einem Zustand vegetativer Übererregung, einer ständigen erhöhten Wachsamkeit, welche auch als Hyperarousal bezeichnet wird. Es treten Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Zittern, Ängste und Konzentrationsstörungen auf.
  • Emotionale Taubheit und Vermeidung: Der Betroffene versucht, inneren und äußeren Reizen zu entfliehen, um sich zu schützen. Er zieht sich aus dem sozialen Leben zurück und zeigt kein Interesse mehr an Dingen, die ihm vorher Freude bereitet haben. Er wirkt gleichgültig, lustlos und teilnahmslos. Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung vermeiden Situationen, die in irgendeiner Form an das Trauma erinnern könnten (sog. Stimuli).

Quelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/posttraumatische_belastungsstoerung-symptome-15012-4.html

 

Trauma & Dissoziation

Ein Trauma ist ein als lebensbedrohlich wahrgenommenes Ereignis, das die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt und den betroffenen Menschen mit Gefühlen der Hilflosigkeit, intensiver Angst oder Entsetzen überflutet. Wenn weder Kampf noch Flucht möglich ist, also Körper und Seele sich der Situation nicht entziehen können, schaltet der menschliche Organismus auf Überlebensstrategien um. Der Mensch erstarrt (ähnlich dem Totstellreflex bei Tieren) und dissoziiert.

Dissoziation ist die Fähigkeit, etwas aus dem Alltagsbewusstsein abzuspalten. In gewissem Ausmaß kennen das sehr viele Menschen, z. B. wenn jemand kurz nach einem schweren Verkehrsunfall trotz Verletzung keine Schmerzen spürt, klar denkend Hilfe organisiert und sich später vielleicht nur noch bruchstückhaft daran erinnert. Dies ist in Gefahrensituationen eine sinnvolle Reaktion des menschlichen Organismus. Bei andauernder Gefahr kann Dissoziation bei kleinen Kindern zur dauerhaften Bewältigungsstrategie werden. Ihre Persönlichkeit ist noch nicht ausgereift und daher sehr formbar. Kleine Kinder sind auf nahe Bezugspersonen angewiesen und von ihnen abhängig, selbst wenn diese das Kind vernachlässigen und/oder gewalttätig sind.

Die Aufspaltung der Persönlichkeit ermöglicht das Überleben in solch ausweglosen Lebensverhältnissen. Diese Dissoziation ist keine Entscheidung, sondern geschieht unwillkürlich und ist von den Betroffenen nicht steuerbar. Es gibt jedoch auch Täterkreise, in denen gezielt mit bestimmten Methoden Dissoziative Identitätsstrukturen erzeugt werden (siehe Rituelle Gewalt).

Quelle: http://www.vielfalt-info.de/index.php/viele-sein/trauma-dissoziation